Privatrezept

Männergesundheit: Erektion und Prostata

PDE-5-Hemmer wie Sildenafil und Tadalafil sowie Alphablocker bei gutartiger Prostatavergrößerung sind in Österreich verschreibungspflichtig. Der Grund ist medizinisch und nicht bürokratisch: Beide Gruppen greifen in den Kreislauf ein. Diese Seite erklärt Wirkung, gefährliche Wechselwirkungen, Gegenanzeigen und den Ablauf einer ärztlichen Beurteilung ohne Videosprechstunde.

Was hinter einer Erektionsstörung stecken kann

Eine Erektion ist ein Gefäßvorgang. Damit sie zustande kommt, müssen Nerven, Gefäße, Hormone und Psyche zusammenspielen; fällt eines davon aus, bleibt sie aus. Genau deshalb ist eine Erektionsstörung selten nur ein Sexualproblem.

Die Gefäße des Penis sind eng und reagieren früher auf eine beginnende Arterienverkalkung als die deutlich größeren Herzkranzgefäße. Eine neu aufgetretene Erektionsstörung kann daher ein frühes Warnzeichen einer Gefäßerkrankung sein und geht Beschwerden am Herzen mitunter um Jahre voraus. Sie ist damit ein Anlass, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette überprüfen zu lassen, und keiner, den man mit einer Tablette überspringt.

Häufige Ursachen sind Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol, Schlafstörungen, Depression und Stress. Auch Arzneimittel kommen in Frage, darunter einzelne Antidepressiva, manche Betablocker und Präparate gegen Prostatabeschwerden. Seltener liegt ein Testosteronmangel, eine neurologische Erkrankung oder ein Zustand nach Operation im Becken zugrunde.

Daraus folgt der sinnvolle erste Schritt: Ursachen klären, statt nur das Symptom zu behandeln.

Wie wirken PDE-5-Hemmer?

Bei sexueller Erregung wird im Schwellkörper Stickstoffmonoxid freigesetzt, das über den Botenstoff cGMP die glatte Muskulatur entspannt; das Blut strömt ein, und die Erektion entsteht. Das Enzym PDE-5 baut cGMP wieder ab. PDE-5-Hemmer bremsen diesen Abbau, sodass die Entspannung länger anhält.

Daraus folgt der wichtigste praktische Punkt: Diese Wirkstoffe erzeugen keine Erektion, sie unterstützen sie. Ohne sexuelle Stimulation passiert nichts, und wer eine automatische Wirkung erwartet, hält das Präparat für unwirksam, obwohl es korrekt eingenommen wurde. Auch Alkohol in größerer Menge und starke Anspannung arbeiten gegen die Wirkung.

Daraus folgt zweitens, dass die Wirkung nicht auf den Schwellkörper begrenzt bleibt. PDE-5 kommt auch in anderen Gefäßen vor, weshalb Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Verdauungsbeschwerden, Muskelschmerzen und Sehstörungen im Sinne von Blaustich oder Lichtempfindlichkeit zu den bekannten Nebenwirkungen zählen. Und daraus folgt drittens, warum diese Gruppe verschreibungspflichtig ist: Der Blutdruck sinkt, was in bestimmten Kombinationen gefährlich wird.

Sildenafil oder Tadalafil: worin sie sich unterscheiden

Beide Wirkstoffe hemmen dasselbe Enzym, unterscheiden sich aber deutlich im zeitlichen Verhalten. Sildenafil setzt in der Regel innerhalb von etwa einer halben bis einer Stunde ein und wirkt einige Stunden; eine fettreiche Mahlzeit unmittelbar davor kann den Wirkeintritt verzögern. Tadalafil bleibt deutlich länger im Körper, mit einem Wirkfenster von bis zu 36 Stunden, und ist von Mahlzeiten weitgehend unabhängig.

Daraus ergibt sich der praktische Unterschied. Sildenafil eignet sich für die geplante Anwendung, Tadalafil für Paare, die den Zeitpunkt nicht festlegen wollen. Tadalafil wird zudem bei gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt, weil es die Muskulatur von Prostata und Blasenhals ebenfalls entspannt.

Auch das Nebenwirkungsprofil verschiebt sich leicht: Unter Sildenafil sind Sehstörungen etwas typischer, unter Tadalafil Rücken- und Muskelschmerzen. Beide Wirkstoffe sind längst als Generika verfügbar.

Ein Wort zur Beschaffung: Präparate aus unregulierten Internetquellen sind ein bekanntes Fälschungsproblem, mit falscher Dosis oder gänzlich anderen Inhaltsstoffen. Der sichere Weg führt über eine Verschreibung und eine Apotheke; wir selbst verkaufen und versenden keine Arzneimittel.

Welche Wechselwirkungen sind gefährlich?

Die wichtigste Regel lautet: PDE-5-Hemmer und Nitrate werden nicht kombiniert. Nitroglycerin als Spray oder Kapsel, Isosorbidmono- und -dinitrat sowie der verwandte Wirkstoff Molsidomin senken den Blutdruck über denselben Signalweg. Zusammen mit einem PDE-5-Hemmer kann der Blutdruck lebensbedrohlich abfallen. Das gilt auch für den Notfall: Wer nach der Einnahme eines PDE-5-Hemmers Brustschmerz bekommt, darf kein Nitrospray anwenden und muss dem Rettungsdienst sagen, welches Präparat er genommen hat. Wählen Sie in dieser Situation 144.

Dieselbe Regel gilt für Riociguat bei pulmonaler Hypertonie und für sogenannte Poppers, also Amylnitrit und verwandte Substanzen aus dem Freizeitgebrauch.

Eine zweite, weniger dramatische, aber häufige Kombination sind Alphablocker gegen Prostatabeschwerden: Auch sie senken den Blutdruck, sodass Schwindel und Ohnmacht auftreten können; hier braucht es zeitlichen Abstand und eine ärztliche Festlegung.

Daneben erhöhen bestimmte Arzneimittel den Wirkspiegel, darunter einige Mittel gegen Pilzinfektionen und HIV sowie das Antibiotikum Clarithromycin. Deshalb ist die vollständige Liste Ihrer Arzneimittel keine Formalität.

Wann kommt ein PDE-5-Hemmer nicht in Frage?

Nicht geeignet ist diese Gruppe bei schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei der schon sexuelle Aktivität selbst ein Risiko darstellt: kurz zurückliegender Herzinfarkt oder Schlaganfall, instabile Angina pectoris, schwere Herzschwäche, schwere Rhythmusstörungen sowie sehr niedriger oder unkontrolliert hoher Blutdruck. Ebenfalls ausgeschlossen ist die Anwendung nach einer nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie, einem plötzlichen Sehverlust durch Durchblutungsstörung des Sehnervs, und bei bestimmten erblichen Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa.

Bei schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung ist die Dosis anzupassen; solche Fälle gehören in eine Ordination vor Ort.

Drei Warnzeichen führen unmittelbar in die Notfallversorgung: eine schmerzhafte Erektion, die länger als vier Stunden anhält, ein plötzlicher Seh- oder Hörverlust auf einer Seite und Brustschmerz oder Atemnot bei sexueller Aktivität. In diesen Fällen führt der Weg in ein Spital oder über den Notruf 144, weil ein Priapismus ohne Behandlung bleibende Schäden hinterlässt.

Aus all dem ergibt sich, warum vor einer Verschreibung Blutdruck, Herz-Kreislauf-Vorgeschichte und die vollständige Begleitmedikation erfasst werden.

Prostatavergrößerung: Alphablocker und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung gibt es zwei Wirkprinzipien, die oft verwechselt werden. Alphablocker wie Tamsulosin entspannen die Muskulatur von Prostata und Blasenhals. Sie verkleinern die Prostata nicht, verbessern aber den Harnstrahl und den Harndrang, und zwar bereits nach Tagen bis wenigen Wochen. Typische Nebenwirkungen sind Schwindel und Blutdruckabfall beim Aufstehen sowie eine veränderte Ejakulation.

5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid und Dutasterid verkleinern das Organ tatsächlich, brauchen dafür aber Monate. Zwei Punkte sind hier wichtig. Erstens senken sie den PSA-Wert deutlich, weshalb jede Ordination und jedes Labor von der Einnahme wissen muss, sonst wird ein auffälliger Wert übersehen. Zweitens sind sexuelle Funktionsstörungen und ein Libidoverlust bekannte Nebenwirkungen.

Ein praktischer Hinweis, der oft fehlt: Wer eine Augenoperation am Grauen Star plant, muss die Einnahme eines Alphablockers vorher angeben, auch wenn sie schon länger zurückliegt, weil sich der Ablauf der Operation dadurch ändert.

Unverzichtbar bleibt die urologische Abklärung. Blut im Harn, Harnverhalt, Fieber mit Flankenschmerz und Knochenschmerzen gehören untersucht und nicht behandelt wie eine gewöhnliche Vergrößerung.

Wie unsere Beurteilung abläuft und was sie kostet

Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus: Beschwerden und deren Verlauf, Vorerkrankungen mit Schwerpunkt auf Herz und Kreislauf, Diabetes, Blutdruckwerte, alle weiteren Arzneimittel einschließlich Nitraten und Alphablockern, Allergien, Nikotin und Alkohol sowie frühere Behandlungsversuche. Bei Prostatabeschwerden kommen Angaben zum Harnstrahl, zur nächtlichen Häufigkeit und zum letzten Befund samt PSA-Wert dazu.

Ein Arzt prüft diese Angaben, kann Unterlagen nachfordern und kann die Anfrage ablehnen. Eine Videosprechstunde, ein Telefonat oder einen Live-Chat gibt es bei uns nicht; die Beurteilung erfolgt asynchron anhand Ihrer schriftlichen Angaben. Für eine erstmalige Abklärung von Prostatabeschwerden ist zusätzlich eine urologische Untersuchung vor Ort nötig, die ein Fragebogen nicht ersetzt.

Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie per E-Mail ein PDF-Dokument mit den Angaben nach dem Anhang der Durchführungsrichtlinie 2012/52/EU. Damit gehen Sie in eine Apotheke Ihrer Wahl und weisen sich mit einem Lichtbildausweis aus; einen PIN-Code gibt es nicht, und Arzneimittel versenden wir nicht.

Die Gebühr beträgt 24,90 Euro und deckt die ärztliche Beurteilung ab, nicht die Ausstellung eines Dokuments.

Autor, fachliche Prüfung und Quellen

Fachlich geprüft von lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Stand der Prüfung: 29. August 2026.

Dieser Text ist eine allgemeine Information zu Wirkprinzipien, Risiken und Abläufen und keine Empfehlung für ein bestimmtes Präparat. Dosierungen nennen wir bewusst nicht, weil sie von Nierenfunktion, Leberfunktion, Alter und Begleitmedikation abhängen und ärztlich festgelegt werden.

Lehnt der Arzt aus medizinischen Gründen ab, wird die Gebühr rückerstattet. Werden angeforderte Unterlagen nicht nachgereicht, gilt die Konsultation als erbracht und eine Rückerstattung erfolgt in diesem Fall nicht; die Einzelheiten stehen in Paragraf 5 unserer Geschäftsbedingungen. Den Preis des Arzneimittels zahlen Sie in der Apotheke; er hängt von Präparat und Packungsgröße ab, und eine Erstattung durch die Sozialversicherung ist bei diesen Anwendungsgebieten in der Regel nicht vorgesehen.

Bei anhaltender schmerzhafter Erektion, plötzlichem Seh- oder Hörverlust, Brustschmerz oder Atemnot wählen Sie 144 und suchen ein Spital auf.

Braucht Sildenafil ein Rezept?

Ja. Sildenafil ist in Österreich in allen Stärken verschreibungspflichtig, und das aus einem medizinischen Grund: Der Wirkstoff senkt den Blutdruck und darf nicht mit Nitraten, Molsidomin oder Riociguat kombiniert werden. Vor einer Verschreibung werden deshalb Herz-Kreislauf-Vorgeschichte, Blutdruck und die vollständige Begleitmedikation erfasst. Angebote ohne diese Prüfung stammen aus unregulierten Quellen und sind ein bekanntes Fälschungsproblem; wir selbst verkaufen und versenden keine Arzneimittel.

Was ist der Unterschied zu Tadalafil?

Beide hemmen dasselbe Enzym, unterscheiden sich aber im Zeitverhalten. Sildenafil wirkt in der Regel nach etwa einer halben bis einer Stunde für einige Stunden und reagiert empfindlicher auf eine fettreiche Mahlzeit. Tadalafil hat ein Wirkfenster von bis zu 36 Stunden und ist von Mahlzeiten weitgehend unabhängig; es wird zusätzlich bei gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt. Beide setzen sexuelle Stimulation voraus und erzeugen von sich aus keine Erektion.

Welche Wechselwirkungen sind gefährlich?

Die gefährlichste Kombination sind Nitrate: Nitroglycerin, Isosorbidmono- und -dinitrat sowie Molsidomin, dazu Riociguat und Poppers. Zusammen mit einem PDE-5-Hemmer kann der Blutdruck lebensbedrohlich abfallen. Alphablocker gegen Prostatabeschwerden senken den Blutdruck ebenfalls und erfordern zeitlichen Abstand. Einige Mittel gegen Pilzinfektionen und HIV sowie Clarithromycin erhöhen den Wirkspiegel. Bekommen Sie nach der Einnahme Brustschmerz, verwenden Sie kein Nitrospray und wählen Sie 144.

Hilft Tamsulosin bei Prostatabeschwerden?

Tamsulosin entspannt die Muskulatur von Prostata und Blasenhals und verbessert dadurch Harnstrahl und Harndrang, meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen. Es verkleinert die Prostata nicht; das leisten 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid oder Dutasterid über Monate, die zugleich den PSA-Wert deutlich senken. Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel und Blutdruckabfall beim Aufstehen. Vor einer Operation am Grauen Star müssen Sie die Einnahme angeben, weil sich der Ablauf dadurch ändert.

Was kostet die Behandlung?

Unsere Gebühr für die ärztliche Beurteilung beträgt 24,90 Euro. Sie deckt die Prüfung Ihrer Angaben ab, nicht die Ausstellung eines Dokuments: Lehnt der Arzt aus medizinischen Gründen ab, wird sie rückerstattet; werden angeforderte Unterlagen nicht nachgereicht, gilt die Konsultation als erbracht und eine Rückerstattung erfolgt nicht, wie in Paragraf 5 beschrieben. Den Preis des Arzneimittels zahlen Sie in der Apotheke; er hängt von Präparat und Packungsgröße ab und wird üblicherweise nicht erstattet.